Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr. (Monatsspruch Dezember) Sacharja 2,14

Liebe Leserinnen und Leser!

Freu dich! Freut euch! Seid fröhlich! Würde ich ja, gern sogar! Aber wie soll ich das in dieser Zeit bloß anstellen?

Vielleicht brauchst Du ja, genauso wie ich, dabei eine kleine Hilfestellung.

Der Duden weiß wie immer Rat! Dort heißt es: Wir freuen wir uns wahnsinnig, riesig oder total! Aber auch diebisch, klamm heimlich und manchmal leider auch zu früh. Ich freu mich wie ein Schneekönig! Oder strahle wie ein Honigkuchenpferd oder freue mir ein Loch in den Bauch. Oder bin vor Freude ganz aus dem Häuschen.

Ein schwaches Verb soll es sein: sich freuen. Typische Verbindungen mit Freude sind: Wiedersehen und Erfolg, Kommen und Zusammenarbeit. Freude schenkt auch ein Kind oder ein Besuch.

Aber ob dir das jetzt so weiter hilft?

Ein Besuch, der gemacht wird bringt Freude! Maria, die Mutter Jesu, besucht ihre Verwandte Elisabeth. Beide erwarten ein Kind, beide fühlen sich von Gott reich beschenkt, das junge Mädchen und die alte Frau. Beide jubeln vor Glück. Das Kind in Elisabeths Bauch hüpft vor Freude. Dann stimmt Maria einen Lobpreis auf Gott an: Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes. (Lukas 1,46f.)

Ein Besuch, der nicht gemacht wird, eine Absage, bringt dagegen Kummer, schürt das Misstrauen, erzeugt am Ende auch Wut und Enttäuschung.

Maria und Josef wissen, dass Gottes Zusage unumstößlich gilt und machen sich deshalb auf einen beschwerlichen Weg. In einer einfachen Krippe wird der Retter der Welt liegen, in Windeln gewickelt. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!“

Adventszeit, Weihnachtszeit ist Besuchszeit. Vielleicht ist der Besuch schon dagewesen, auf den du dich lange gefreut hast. Vielleicht hast du aber auch mit einer Absage zu kämpfen, oder bist in dieser Corona-Zeit mit Kontakt etwas vorsichtig und es schmerzt das Alleinsein.

Wir sind verletzlich in einer Zeit wie dieser. Wir sehnen uns nach diesem Frieden, der uns verheißen ist, nach Harmonie, nach Geborgenheit, nach Heil.

Besonders schmerzhaft spüren wir in dieser Zeit, wo sich dieser Friede noch nicht durchgesetzt hat, wo wir im Streit leben, wo wir Ablehnung spüren, wo es uns schwer fällt, zu vertrauen oder zu vergeben.

Wo stehst du gerade?

Wo sehnst du dich nach einem eindeutigen Ja zu Dir, zu dieser Welt?

Gott kommt ganz eindeutig. Er ist nicht einfach nur auf Durchreise, er bleibt, er geht mit zu deinen Lebzeiten und er führt dich schließlich auch dann, wenn es soweit ist, durch den Tod in das ewige Leben.

Das ist eine eindeutige Zusage. Von daher bist du eigentlich stets von ihm umgeben. Vielleicht ist das ja ein Grund zur Freude, seine Nähe! Vielleicht aber brauchst du es etwas eindeutiger, hand- bzw. mundgreiflicher im Hl. Abendmahl, wenn dir seine Liebe, Hingabe und Vergebung, spürbar im Leib und Blut Jesus Christi, über die Lippen und durch den Magen geht.

Für mich ein Grund zur Freude!

Freude ist ansteckend. Wie gut! Freu dich! Freut euch!

Was das heißt? Sich freuen, Freude haben, fröhlich sein und glücklich sein! Gefallen haben, genießen, jauchzen, jubeln, strahlen, triumphieren, jubilieren! Auch hier kann der Duden wiederum behilflich sein.

Ein schwaches Verb soll es sein? Meinetwegen, wenn es denn laut  Grammatik und Duden unbedingt so sein soll. Ich brauche es hingegen etwas kräftiger und da hat es mir ohnehin der Schneekönig angetan. Erinnerst du dich noch?

Ich freu mich wie ein Schneekönig. Schneekönig, so habe ich gelesen, ist ein anderer Name des Zaunkönigs, unseres kleinsten deutschen Singvogels.

Ganze sieben bis neun Gramm wiegt er, ein Fliegengewicht, aber eine unheimlich laute Stimme hat er! 90 Dezibel soll er erreichen. Er ist also durchaus vergleichbar mit der Lautstärke eines Lastwagens.  Wusstest du, dass er auch im Winter bei uns bleibt? Vielleicht hörst du den Kleinen manchmal, wie er trotz Schnee und Kälte kräftig singt?

Freu dich! Aber wenn du dich freust, dann bitte, wie der kleine Schneekönig, riesig!

„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“

 

Mit den Wünschen für ein frohes und gesegnetes Christfest und ein ebensolches Neues Jahr grüßt ganz herzlich Pastor Michael Hüstebeck