Liebe Leserinnen und Leser!

„Sorgen quälen und werden mir zu groß", heißt es in dem Lied: „Meine Zeit steht in deinen Händen".

Die einen werden gequält von den Sorgen um die Folgen des Klimawandels und des Insektensterbens. Die anderen sorgen sich um den Verlust der Arbeitsplätze und ihrer Existenz. Zahllose fragen, wie es weitergehen soll mit unserem Land nach der Wahl, oder mit den vielen verletzlichen Menschen und den ganzen verletzlichen Strukturen unserer Gesellschaft.

Sorgenvoll denken viele an Bedrohungen durch weitere Pandemien oder an die Folgen von Gewalt und Hoffnungslosigkeit in anderen Regionen der Welt, nach Überschwemmungen und Flutkatastrophen oder alles vernichtenden Feuern in mehren Teilen der Welt.

Auch um die Zukunft unserer Kirchen und des christlichen Glaubens machen sich viele Sorgen. Und jeder kennt so viele familiäre, gesundheitliche, wirtschaftliche Sorgen.

Viele Sorgen sind gewichtig. Sie machen das Gehen schwer und beugen uns, sodass wir oft nur noch sehen, was uns den Weg versperrt.

Der Wochenspruch macht uns Mut, die Last unserer Sorgen von Gott mittragen zu lassen. Aber wie geht das? Es beginnt damit, dass ich meine Gedanken mit ihm teile.

Es will ausgedrückt werden in Worten. Wir sagen dazu beten. Oder es wird ausgedrückt im Seufzen, vielleicht sogar im Stöhnen. Schau dir dies an, Herr Jesus. Was soll daraus werden?

Wo wir unsere Sorgen auf ihn werfen, mit ihm teilen, da bleiben wir nicht alleine. Da drehen sich unsere sorgenvollen und verzweifelten Gedanken nicht um uns selbst.

Wir wagen stattdessen wieder zu vertrauen. Wir schaffen das nicht alleine. Aber neben uns und über uns ist der, der es schaffen kann, der stärker ist als wir, der auch stärker ist als die größte Not.

Wer also seine Sorgen ihm zuwirft, sie ein Stück weit loslässt, der akzeptiert die Zumutung: Es liegt nicht einfach an meinen Kräften und an meinem Willen, dass es gut ausgeht und das Leben siegt.

Nein, es liegt daran, dass Gott eingreift und lenkt, gelingen lässt und segnet.

Auf vieles lässt es sich im Herbst zurückblicken. Gutes und Schlechtes. Erfreuliches und weniger erfreuliches. Von allem hielt das Leben einiges bereit. Wollte man alles aufzählen, dann würde es wohl lang dauern und wer weiß, welche der beiden Listen die des Guten oder die des Schlechten länger wäre.

Betrachten wir also nicht nur einfach das „Stoppelfeld der Vergänglichkeit“, dessen was abgeerntet ist oder an Sorgen noch vor uns liegt.

Sondern legen alles in Gottes Hände, der für uns sorgt.

Vieles, wenn nicht gar alles, was wir tun und vollbringen, was wir erfahren und wovon wir leben, ist ohne Gottes Zutun nicht möglich.

Schön ist es, wenn wir uns von dem Beter einladen lassen, ob am Anfang, in der Mitte, im Herbst oder am Ende unseres Lebens: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!" und noch tut.

 

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,
Michael Hüstebeck, Pfarrer