Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten… sind wir untreu, so bleibt er treu...

2. Timotheus 2,8-13

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Menschen sind vergesslich. Sie brauchen Gedächtnisstützen: Eselsohren im Buch, Knoten im Taschentuch, ToDo – Listen oder andere Erinnerungshilfen…

All das will uns helfen, wirklich wichtiges zu erinnern, damit es nicht in Vergessenheit gerät im Alltag unseres Lebens, wenn viele Dinge uns fordern und beschäftigen, Stress uns unter Druck setzt und Anforderungen uns gefangen nehmen. Denn dann beginnt manchmal auch das wirklich Wichtige in den Hintergrund zu geraten. Das mag uns ein halbes Jahr nach Ostern durchaus so gehen, wenn wir mit so vielen verschiedenen Vergänglichkeiten und Abbrüchen des Lebens konfrontiert wurden und noch werden, und gemessen an unseren Erfahrungen die Osterbotschaft den Anschein des Irrealen und Unmöglichen erweckt.

Warum aber ist es so wichtig, dass du das eine im Gedächtnis behältst, dass Jesus Christus auferstanden ist von den Toten?

Weil es dabei um das eigentliche Problem deines Lebens geht! Dass dieses Leben irgendwann zu Ende geht und du deinerseits nichts dagegen unternehmen kannst. Du kannst dieses Ende verdrängen und versuchen, das Beste aus der Zeit zu machen, die dir noch bleibt. Doch letztlich sind alle Fluchtversuche oder Verdrängungsmechanismen vergeblich. Zumal wir auch gar nicht wissen wie viel Zeit uns überhaupt zur Verfügung steht.

Doch wie geht das nun, wie kannst du ihn, Jesus Christus, am besten im Gedächtnis behalten?

Indem du dich immer wieder mit ihm beschäftigst, indem du ihm immer wieder begegnest. So ist das ja auch sonst in unserem Alltag: Dinge, mit denen wir uns überhaupt nicht mehr beschäftigen, die vergessen wir früher oder später; aber wenn wir dauernd mit jemand zu tun haben, dann ist der uns natürlich auch immer präsent.

Und so ist das mit Christus auch: Er will deinem Gedächtnis immer wieder neu auf die Sprünge helfen, indem er zu dir kommt im Heiligen Abendmahl.

Natürlich ist es viel mehr als bloß ein Eselsohr, Knoten im Taschentuch oder Gedächtnistraining.

Denn dort erinnern wir uns nicht bloß an Jesus, sondern da ist er selbst gegenwärtig mit seinem Leib und Blut. Aber gerade indem wir ihn in uns aufnehmen, prägt er sich uns erneut in unser Gedächtnis ein, sorgt dafür, dass wir ihn gar nicht vergessen können.

Du bekommst hier das Heilmittel gegen den ewigen Tod. Hier erfährst du es immer wieder: Jesus lebt; ich darf ganz konkret mit ihm rechnen in meinem Leben.

Es kann sein, dass du durch eine Krankheit wie Alzheimer oder Altersdemenz wirklich alles aus deinem Leben vergisst, selbst deine Kinder und deinen Ehepartner.

Oder aber diese Tatsache, die du laut Paulus, unbedingt bis zum Ende deines Lebens in Erinnerung behalten solltest.

Dann sei getrost, es gibt Einen, der vergisst dich nicht, egal was auch kommen mag, denn Er ist treu.

Er, Jesus Christus, dein Herr, lebt, und er lässt sich durch keine Art von Vergesslichkeit davon abhalten, zu dir zu kommen in die Dunkelheiten deines Lebens.

Mit den Wünschen für eine gesegnete Begleitung Gottes grüßt ganz herzlich

Michael Hüstebeck, Pfarrer